Camera RAW im Überblick

Sonntag, 03 März 2019 06:01
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Mit Hilfe von RAW-Konvertern kann man sehr intuitiv und schnell das Bildmaterial einer Rohdatei optimieren. Dieser Beitrag soll Ihnen die wichtigsten Funktionen von Camera Raw näher bringen und zeigen, was Sie mit den einzelnen Schiebereglern beeinflussen können.

 


Sobald eine im RAW-Format aufgenommene Datei in einem gängigen Bildbearbeitungsprogramm, wie etwa Photoshop, geöffnet wird, erkennt das Programm das Dateiformat automatisch und startet Camera Raw. In diesem Programm können nicht nur Farbprobleme ohne viel Aufwand beseitigt werden, auch verloren geglaubte Bilddetails lassen sich dank des großen Tonwertumfangs der unkomprimierten RAW-Datei einfach wiederherstellen. Ein weiterer Pluspunkt in Camera Raw ist die sehr exakte Ausführung des Weißabgleichs. Denn ein fehlerhafter oder ein unpassender Weißabgleich gehören mit diesem Programm der Vergangenheit an. In den Weißabgleichs-Voreinstellungen in der Grundeinstellungen-Palette können Sie sich mit verschiedenen Bildlooks beschäftigen und so in Sekundenschnelle farbstichfreie und natürliche Bilder erzeugen.

Werkzeuge und Grundeinstellungen

Eine RAW-Datei bleibt, im Gegensatz zu einer Jpeg-Datei, weitgehend von kamerainternen Bearbeitungen unberührt und bietet Ihnen daher viel mehr Möglichkeiten, die nachträgliche Bildbearbeitung optimal beeinflussen zu können, so dass das finale Bildergebnis durch Ihre Kreativität und Ihrem Feingefühl für die einzelnen Regler ein Meisterwerk Ihrer Vorstellung wird. In diesem Artikel erfahren Sie, mit welchen Schiebereglern der Grundeinstellung-Palette Sie welche Korrektur anwenden beziehungsweise erzielen können. In diesem Zusammenhang kann Ihnen auch noch die Camera-Raw-Oberfläche etwas näher gebracht werden.


Werkzeugleiste:
In der Camera-Raw-Werkzeugleiste befinden sich Entwicklungswerkzeuge wie Zoomwerkzeug, Hand-Werkzeug, Weißabgleich, Farbaufnahme, Selektive Anpassung, Transformieren, Makel entfernen, Rote-Augen-Korrektur, Korrekturpinsel, Verlaufsfilter sowie der Radial-Filter. Die Werkzeugleiste befindet sich in der oberen linken Ecke der Programmoberfläche.
Entwicklungs-Reiter:
Mit Grundeinstellungen, Gradationskurven, Details, HSL/Graustufen, Teiltonung, Objektivkorrekturen, Effekten sowie der Kamerakalibrierung verbessern Sie die Ergebnisse Ihrer Rohdaten und können Ihren Aufnahmen einen ganz speziellen und individuellen Look verleihen.
Weißabgleich:
Mittels des Weißabgleichs lässt sich nachträglich sehr gut bestimmen, ob die Stimmung im Bild eher kühl oder warm wirken soll. Der Zugriff auf die Einstellungen des Weißabgleichs wird über das Weißabgleich-Aufklappmenü in Camera Raw zur Verfügung gestellt und bietet Ihnen einige Weißabgleichs-Voreinstellungen. Mit ihrer Hilfe lassen sich natürliche Farben in unterschiedlichen Lichtsituationen erzeugen und anwenden. Zur Auswahl stehen unter anderem Tageslicht, Trüb, Schatten, Kunstlicht, Kaltlicht und Blitz.
Farbtemperatur und Farbton:
Die manuelle Anpassung des Weißabgleichs lässt sich bequem über die beiden Regler Farbtemperatur sowie Farbton einstellen. Durch das Verschieben des Farbtemperatur-Regler wird eine kalte bzw. warme Bildatmosphäre erreicht. Es kommt ganz auf das Motiv an und die Bildstimmung, die die Aufnahme den Betrachter vermitteln soll. Durch das Verschieben des Farb-Reglers werden hingegen die Farbstiche in den Bereichen Grün bis Magenta korrigiert.
Belichtung und Kontrast:
Ein sehr effektiver Regler ist der Belichtungs-Regler. Mit ihm kann eine globale Belichtungskorrektur vorgenommen werden, die in etwa wie das Öffnen und Schließen der Blende funktioniert. Eine Anpassung der Schärfentiefe im Bild wird hierdurch jedoch nicht erreicht. Der Regler Kontrast beeinflusst den allgemeinen Bildkontrast und sollte mir äußerster Vorsicht verschoben werden, da das Bild schnell kraftlos, unnatürlich und trübe wirken kann.
Lichter und Tiefen:
Um eine sehr effektive Bearbeitung in überbelichteten hellen Teilen des Bildes zu korregieren, werden diese beiden Regler benötigt. Dabei werden keine anderen Teile des Bildes angegriffen bzw. beeinflusst. Der Regler für die Lichter kommt zum Einsatz, wenn z.B. helle Töne eines Fotos bearbeitet werden sollen. Dies geschieht ohne Zeichnungsverlust. Der Regler für die Tiefen hingegen dient dazu, dass Sie dunklen und schattigen Stellen im Bild mehr Zeichnung verleihen können.
Klarheit, Dynamik, Sättigung:
Diese 3 Schieberegler beeinflussen die Farbsättigung sowie die Mittenkontraste des aktiven Bildes. Durch schieben des Klarheit-Regler lassen sich die Motivkonturen klarer darstellen und lassen dadurch das Bild schärfer und kontrastreicher wirken. Auf Mitteltöne wirken sich die Einstellungen am stärksten aus. Der Sättigungs-Regler gibt dem Bild die nötige Farbsättigung oder er bewirkt genau das Gegenteil und reduziert die Farben. Mit dem Dynamik-Regler können Sie "schwache Farben" verstärken, ohne die "starken Farben" zu übersättigen.
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